Das Klima liegt ihr am Herzen

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Das Klima liegt ihr am Herzen

Fresenhagen – Es wird deutlich wärmer. Das klingt ja zunächst einmal ganz nett, und es klingt auch zunächst einmal harmlos: In den letzten hundert Jahren ist die Temperatur global gesehen um knapp ein Grad gestiegen, das kann doch nicht so schlimm sein. Doch, ist es. Ann-Kathrein Gräning weiß die Zeichen der Zeit zu deuten. Sie weiß, dass die Gletscher schmelzen, dass der Meeresspiegel steigt, dass die Wetter extremer werden. Sie weiß, dass das die jetzt schon deutlich auf der Hand liegenden Folgen des Klimawandels sind. Und sie weiß auch das Andere: Es ist der Mensch, der den Menschen bedroht. Der Klimawandel ist von Menschen verursacht. Dass das viele bis heute kaltlässt, kann sie zunehmend weniger aushalten. Anders handeln, das muss jetzt einfach sein. Anders handeln – anders geht es nicht.

Herzensangelenheit Klima

„Das Klima ist mir zur Herzensangelegenheit geworden“, sagt die 19-jährige Schülerin. Schon lange ist sie Vegetarierin. 20 Prozent der anthropogenen, also durch den Menschen verursachten, Treibhausgase entstehen in der Landwirtschaft, im Besonderen durch die Haltung und Fütterung von Nutztieren. Auf Fleisch zu verzichten fällt ihr nicht schwer. Es ist ein Gebot der Stunde, findet sie, und es gibt so viele leckere und gesunde Alternativen.

Schwieriger ist es, auf Plastik zu verzichten. Fast alles ist heute eingepackt, es nervt sie ohne Ende, dass man um Plastik einfach nicht herumkommt. Mit dem Kinder- und Jugendbeirat der Stadt Niebüll war sie kürzlich in den Geschäften der Innenstadt unterwegs und hat Gespräche geführt, ob es nicht möglich wäre, auf Plastiktüten zu verzichten. Die Jugendlichen hatten Alternativ-Vorschläge vorbereitet, und sie haben mit Menschen- und mit Engelszungen geredet. Dennoch blieb die Resonanz verhalten. Auch der Stadtrat möchte, dass Niebüll plastiktütenfrei wird, aber es ist ein langer Weg und ein mühsamer Prozess.

Eine Herausforderung, die Spaß macht

Ann-Kathrein lässt sich nicht entmutigen. Es ist nicht ihre Art, den Kopf in den Sand zu stecken. „Es muss ja nicht alles auf einmal sein“, sagt sie, „man kann doch auch klein anfangen.“ Warum nicht erst einmal eine Woche plastikfrei leben, ausprobieren, wie es sich anfühlt und verlängern, wenn man Lust hat? Man kann sich auch vornehmen, erst einmal weniger zu verbrauchen, oder nur einmal in der Woche Fleisch zu essen oder das Auto an bestimmten Tagen grundsätzlich stehen zu lassen. „Es ist eine Herausforderung“, sagt Ann-Kathrein, „aber es macht auch sehr viel Spaß.“ Bewusst zu konsumieren, das ist der Anfang, der jetzt zwingend gemacht werden muss.

Das Thema Klimaschutz brennt ihr auf der Seele: Nicht nur in Niebüll, weltweit soll es besser werden. Wer über den Klimawandel nachdenkt, kommt früher oder später immer auf die globalen Themen, auf Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Wer sich damit beschäftigt, wird bald entdecken, wie komplex die Zusammenhänge sind und dass es manchmal nicht leicht ist, sich zu entscheiden. Dennoch: Reduzierung des Fleischkonsums, regionale und saisonale Ernährung – damit fängt es an. Aber natürlich muss es noch viel weitergehen. „Niemand ist perfekt“, sagt Ann-Kathrein. Und: „Man muss schon manchmal seinen inneren Schweinehund überwinden.“

Wissen bedeutet Verantwortung

„Wenn man davon weiß, muss man auch Verantwortung übernehmen“, sagt sie. Es sei „dumm und falsch“, angesichts der bedrohlichen Klimaveränderungen weltweit so zu tun, als ob nichts sei und so weiterzuleben wie bisher. Manchmal diskutiert sie sich den Mund fusselig, in der Hoffnung, dass steter Tropfen auch den Stein höhlt.

In diesem Jahr macht sie Abitur, danach möchte sie ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) machen. Und dann „irgendwas mit Klima“, nichts Genaueres weiß sie noch nicht. Auf jeden Fall will sie später für eine NGO, eine Nichtregierungs-Organisation arbeiten. Denn Geschäftemacherei und wirksamer Klimaschutz, das geht irgendwie nicht zusammen. Der Verkauf von Emissionsrechten, der CO2-Handel, das geht in eine falsche Richtung, findet sie. „Den Ländern der südlichen Erdhalbkugel ihre Emissionsrechte abzukaufen finde ich nur dann richtig, wenn wirklich alle eigenen Möglichkeiten abgeschöpft sind.“

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